Aschermittwoch mit der SPD – die Stafette wird weitergegeben!

DSC_1229Dass das traditionelle Aschermittwochsgepräch der SPD Ibbenbüren dieses Jahr irgendwie anders war, merkten die gut 200 Anwesenden schnell: die Grundstimmung war irgendwie „politischer“. Die Reden waren ein wenig spitzfindiger, der amtierende Bürgermeister zurückhaltender, sein designierter Nachfolger dafür umso redseliger und anstelle der Lokalmatadorin in Sachen Karneval Hertha, war es diesmal ein echtes Urgestein der SPD, das in die Bütt ging. Karneval ist vorbei – der Wahlkampf in Ibbenbüren hat begonnen! Die Zeichen waren eindeutig!

Viele lieb gewonnene Details waren dennoch auch an diesem Aschermittwoch so wie in den Jahren vorher: viele Ehren- wie auch Hauptamtliche der wichtigsten Institutionen waren geladen. Es wurde sich unterhalten, der Austausch gesucht, lecker zubereitete Reibeplätzchen verspeist und das ein und andere Friedensreiterbier miteinander getrunken. Die Ibbenbürener SPD setzte wieder einmal bewusst am Aschermittwoch auf das Gespräch anstatt auf die politische Großveranstaltung und das ist auch gut so, so wird es auch bleiben.

IMG_8266Begrüßt wurden die Anwesenden durch die Ortsvereinsvorsitzende Marie-Luise Balter-Leistner. Sie fasste gekonnt zusammen, was die SPD landes- und bundesweit auf die Beine gestellt hat, wobei der Mindestlohn und die Rente mit 63 natürlich als Leuchtturmergebnisse herausstrahlten. Doch sie versäumte dabei nicht, auch kritische Bemerkungen in Richtung Land und Bund vorzutragen. Die aktuelle Diskussion um die Abschaffung der Handschrift in der Grundschule sei doch in einem Land der Dichter und Denker nun wirklich nicht der richtige Weg. Auch die sozialdemokratische Politik in Ibbenbüren blieb nicht unerwähnt. Die SPD hat in den letzten Jahren einiges vorangebracht und wurde dafür bei der letzten Kommunalwahl mit zwei dazu gewonnenen Sitzen im Rat zu Recht belohnt. „Wir sind daher sehr optimistisch was die Bürgermeisterwahl im September angeht.“, so Balter-Leistner. „In Ibbenbüren hat sich das Modell „SPD-Bürgermeister“ bewährt.“

DSC_1215Als nächster Redner trat Bürgermeisterkandidat Dr. Marc Schrameyer ans Pult und überzeugte sein Auditorium gekonnt mit Zahlen, Daten und Fakten, dass er den nötigen Weitblick für das angestrebte Amt innehat. „In Ibbenbüren lässt es sich gut leben“, so seine Worte, „das soll so bleiben, dafür trete ich an.“ Diese Mission wurde ihm abgenommen, seine angedeuteten Zukunftsszenarien waren verständlich, vernünftig und sozial gerecht. Schrameyer prangerte insbesondere die mangelnde Finanzausstattung der Kommune durch Bund und Land an und verlangte eine Neuordnung der kommunalen Finanzen. In den Blick nahm er insoweit auch den Kreis Steinfurt und verlangte von diesem, das Sparen zu lernen. Bezüglich der am gleichen Tag in der IVZ angekündigten Renovierung des großen Sitzungssaales im Steinfurter Kreishaus für bemerkenswerte 900.000 Euro fragte Schrameyer, wie viele Klassenzimmer sich von diesem Geld wohl renovieren ließen.

IMG_8282Dies bestätigte ihm auch Hauptredner des Abends, Guntram Schneider, Urgestein der SPD und amtierender Minister für Arbeit, Soziales und Integration des Landes NRW. „Nach so einer Regierungserklärung gibt es wohl keine Zweifel daran, dass der neue Bürgermeister in Ibbenbüren Marc Schrameyer heißen wird.“, so die eröffnenden Worte des Ministers. Gekonnt wortstark berichtete er zuallererst zum Thema Flüchtlingspolitik. Der Strom an Flüchtlingen werde nicht abreißen, so Schneider, aber er sei sicher, dass wir das in NRW hinbekommen. Die Unterstützung, die aus der Gesellschaft heraus erbracht wird, sei Zeichen einer funktionierenden Demokratie und darauf könne man stolz sein. Deutschland war und ist ein Einwanderungsland, wir helfen diesen Menschen natürlich aus humanitären Gründen. Aber wir brauchen sie sogar rein ökonomisch gesehen, darum sei es egal, ob es sich um politische verfolgte Menschen handelt oder nicht.

Auch zu Themen aus seinem eigenen Ressort, der Arbeitsmarktpolitik, wusste Guntram Schneider seine Zuhörer gekonnt mitzunehmen. Mindestlohn, Digitalisierung der Arbeit, Förderung des Industriestandortes NRW, Ende des Steinkohle-Bergbaues, Equal Pay und Gleichberechtigung der Frau sind nur einige Schlagwörter aus seiner Rede. In seinem Schlusswort kam Guntram Schneider noch einmal zurück zum Bürgermeisterwahlkampf im September: „Wir sind es Heinz Steingröver schuldig, dass Marc neuer Bürgermeister wird. Ibbenbüren sei doch wirklich keine konservative Stadt! Die Stafette muss weitergereicht werden!“ Passendere Worte als Übergang zum gemütlichen Teil konnten wirklich nicht gefunden werden. Danke Guntram. Wir arbeiten dran. Glück auf!

 

Die schönsten Zitate des Abends:

„Männer sollen auch Menschen sein.“ (Marie-Luise Balter-Leistner verweist auf Herbert Grönemeyer)

„Wie viele Klassenräume können für 900.000 € hergerichtet werden?“ (fragt sich Dr. Marc Schrameyer und weist auf die geplante Renovierung des Sitzungssaales des Kreises hin)

„Der Goldesel im Keller funktioniert nicht.“ (Bemerkt Schrameyer auf der Suche nach finanziellen Auswegen aus dem strukturellen Defizit der Stadt)

„Wir müssen mehr klappern!“ (nicht aus Angst, sondern weil es so viele tolle Dinge in Ibbenbüren gibt, über die wir sprechen sollten, so Marc Schrameyer)

„Der Mindestlohn wird nicht erst 2050 eingeführt!“ (stellt der Arbeitsminister zufrieden fest und stellt einen kleinen Versprecher gerade)

„Der Krankenstand bei manchen Unternehmen in NRW ist höher als der Grad des gewerkschaftlichen Zusammenschlusses in der Arbeitnehmerschaft.“ (Das darf so nicht bleiben, sagt Guntram Schneider)

Die Kultur der Solidarität muss bewahrt werden. Es ist ein Lebensgefühl, das von den Bergleuten vorgelebt wurde.“ (Guntram Schneider)

„Die Stafette muss weitergereicht werden!“ (Guntram Schneider)

 

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