Verkehrspolitik des Kreises Steinfurt

Dass die Verkehrspolitik des Kreises Steinfurt mehr als bemerkenswert ist, beweist nicht nur seit Jahren der Umgang der Kreisverwaltung mit der K24n und den sich daraus für die Bewohner Laggenbecks und die Anwohner der Alpenstraße ergebenden Belastungen, sondern wird nun auch auf eindrückliche Weise durch die teilweise Sperrung der Brücke der Talstraße (K6) unter Beweis gestellt.

Seit mindestens 2009 ist der Kreisverwaltung bekannt, dass die Brücke der Talstraße über den Gleiskörper der Deutschen Bahn AG mit Mängeln behaftet ist. Bereits in der Drucksache 160/2009 vom 26.11.2009 der Stadt Ibbenbüren heißt es unter der lfd. Nr. 2 der Sachdarstellung der Straßenbauprojekte des Kreises Steinfurt, dass die Talstraße (K6) vom Püsselbürener Damm bis zur Recker Straße „vorrangig“ bearbeitet werden solle. Ausdrücklich heißt es in der Sachdarstellung, dass nicht nur eine Fahrbahnerweiterung und eine Neuanlegung eines Radweges auf der Westseite geplant ist, sondern auch eine Brückenerneuerung über die Deutsche Bundesbahn.

Was die Kreisverwaltung unter „vorrangig“ versteht, wissen wir heute. Erst im September 2012 wurde die notwendige Planungs- und Bauvereinbarung mit der Stadt geschlossen. Die entsprechende Bauvereinbarung war erst am 10.08.2012 der Stadt Ibbenbüren übersandt worden. Vorgesehen war in der Bauvereinbarung bzw. in der Sachdarstellung zu dieser ein Baubeginn im Jahre 2015. Diesem Baubeginn lag ein entsprechender Beschluss des Kreisausschusses vom 05.07.2011 zugrunde.

Im Straßenbauprogamm 2015 wurde erstmals darauf hingewiesen, dass ein Baubeginn voraussichtlich 2017 erfolgen solle. Bereits dieses führte im Bauausschuss zu massiver Kritik, da parallel bekannt wurde, dass offenbar der Zustand der Brücke als weitaus kritischer eingeschätzt wurde, als zuvor angegeben, da mit einem gewerblichen Anlieger an der Talstraße Gespräche über eine alternative Zufahrt für deren LKWs und Zulieferer geführt wurden.

„Die Erkenntnis, dass die Brücke abgängig ist, ist angesichts der Bauplanung der Kreisverwaltung weit weniger überraschend als es im ersten Moment erscheinen mag,“ kritisiert Bürgermeisterkandidat Dr. Marc Schrameyer mit deutlichen Worten die Politik der Kreisverwaltung. „Der Kreis weiß um die Situation seit 2009. Bereits 2009 sollte die Talstraße „vorrangig“ saniert werden. Die entsprechenden politischen Beschlüsse liegen seit 2011 vor. Die Stadt hat im Eiltempo ihre Hausaufgaben gemacht. In Aussicht gestellt wird der Neubau der Talstraße jetzt für das Jahr 2019. Bemerkenswert ist dieses, da andere Projekte weitaus schneller umgesetzt werden,“ so Schrameyer weiter. Es fehle offenbar der notwendige Wille, diese Projekte umzusetzen.

Die Ibbenbürener sind die Leidtragenden dieser Verkehrspolitik des Kreises Steinfurt. Die Verärgerung der vielen Bürgerinnen und Bürger ist nachzuvollziehen und insoweit auch berechtigt. Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Ibbenbüren fordert ausdrücklich die Kreisverwaltung auf, die politischen Beschlüsse umzusetzen. Die Talstraße muss unverzüglich saniert und die Planungen für den Weiterbau der K24n müssen nun endlich abgeschlossen werden.

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