Der Traum vom Bahnhof des Jahres …

Ibbenbüren. Ganz großer Bahnhof in Ibbenbüren. Als die Entscheidung verkündet wird, bricht im Ibbenbürener Rathaus der Jubel aus. Die Allianz pro Schiene hat den Hauptbahnhof zum Bahnhof des Jahres gekürt.

Welcher Bahnhof ist der beste im ganzen Land?

Seit Sommer 2004 prämiert die Allianz pro Schiene einmal jährlich den besten Bahnhof aus Kundensicht, der dem Reisenden Komfort in jeder Hinsicht bietet. Dazu gehören umfangreiche Serviceleistungen, ein übersichtliches Kundeninformationssystem, eine gute Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr sowie ein einladendes Ambiente, das zum Verweilen einlädt. Die Jury orientiert sich an repräsentativen Marktforschungsdaten, die Beurteilung erfolgt unangemeldet.

Äußerst lebendiger Bürgerbahnhof

Eigentlich hatte die „Bahnhof des Jahres“-Jury solide westfälisch pragmatische Funktionalität erwartet, als sie in Ibbenbüren aus dem Zug stieg. Doch die Bahnhofstester fanden viel mehr als das: Der Bahnhofsneubau sowie die Neugestaltung des Busbahnhofes und der Wilhelmstraße mit der Anbindung zur Innenstadt haben das Zeug, ein äußerst lebendiger Bürgerbahnhof zu werden. Einer, der nicht nur Touristen beeindruckt, sondern der Stadt gleich ein neues Mobilitätszentrum beschert. Auch im nordrhein-westfälischen Ibbenbüren stieß die Jury also auf einen Bahnhof des Jahres, dessen Umbau der Bürgermeister vorangetrieben hat. Vorhang auf für den Bahnhof des Jahres 2025.

Das sagt die Jury

Hell, freundlich, mit viel Licht, ohne Angsträume und natürlich barrierefrei mit Rampe und Aufzug. Dienstleistungen und Einkaufsmöglichkeiten, ansprechendes Grün auf dem Vorplatz und eine große Freitreppe, die zu den Bahnsteigen führt. Fahrradfahrer werden in der zweigeschossigen Radstation begrüßt. So präsentiert sich der neue Ibbenbürener Hauptbahnhof. Die Beschilderung im Bahnhof Ibbenbüren ist vorbildlich. Überall wird der Reisende diskret aber verständlich geleitet. Ein neu gepflasterter Weg führt – für Rollkoffer geeignet und mit Blindenleitstreifen versehen – über den ebenfalls neu gestalteten Zugang zum Zentrum von Ibbenbüren. Von dem stattlich großen Busbahnhof gleich unter dem Dach, das eine Photovoltaikanlage bildet, fahren die Pendler ins Umland weiter. An den Wartehäuschen gibt es digitale Informationen. Und die Taxen? Kommen natürlich da an, wo das Dach noch hinreicht. Das Reisezentrum verkauft Tickets für den Fern- und Nahverkehr aus einer Hand, und für E-Autos und E-Bikes gibt es eine Stromtankstelle.

Bürgerbahnhof Ibbenbüren

Dabei ist die Stadt nicht beim Formwillen stehen geblieben: „Bürgerbahnhof“ steht in Ibbenbüren nicht nur auf dem Deckel des Konzeptpapieres, sondern ist auch drin. Die Bürgerinnen und Bürger konnten sich aktiv in die Neugestaltung des Bahnhofes wie des gesamten Areals mit ihren Ideen in vielfältiger Form einbringen. So ist es nicht verwunderlich, dass neben der Radstation auf zwei Ebenen auch ein Carsharinganbieter und andere Dienstleister am Bahnhof ihr neues Zuhause gefunden haben.

Fördergelder und die MOF III machten es möglich

Möglich machten den kostspieligen Umbau Fördergelder des Bundes sowie Gelder aus der sog. MOF III, der Mobilitätsoffenive, Teil III der Deutschen Bahn, mit der diese ihre Bahnhöfe barrierefrei macht. Im Frühjahr 2020 hatte die Bahn zugesagt, ab 2021 den barrierefreien Umbau zu planen und ab 2022 auch zu bauen. Die Stadt beantragte parallel Fördermittel beim Bund, kaufte die nicht mehr benötigten Bahnhofsflächen und gab eine Rahmenplanung in Auftrag, die dann Schritt für Schritt konkretisiert und mit dem im Jahr 2024 fertiggestellten Neubau umgesetzt wurde.

Der Traum wird Wirklichkeit …

Ja. Sie haben es natürlich schon längst erraten. Das ist natürlich Zukunftsmusik. Aber eine, die uns allen gefällt. Der Hauptbahnhof nebst dem gesamten Areal müssen, ohne Frage, saniert werden. Nach den bereits sanierten bzw. in Sanierung befindlichen Bahnhöfen in Laggenbeck und Püsselbüren ist der Hauptbahnhof jetzt an der Reihe. Die Fördermittel sind beantragt, die Grundstücke gekauft und die Planung beauftragt. Nur gebaut ist er noch nicht. Aber das schaffen wir auch noch gemeinsam.

So wie ich das sehe, haben wir gute Chancen, 2025 tatsächlich den „Bahnhof des Jahres“ zu haben, wenn wir jetzt gemeinsam anpacken, um den Bahnhof zu sanieren.

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