Von harten und weichen Standortfaktoren!

Haben Sie schon mal was von „harten und weichen Standortfaktoren“ gehört? Und warum wir uns als Stadt dazu Gedanken machen? Nein? Keine Sorge! Sie müssen jetzt nicht die Suchmaschine mit dem „g“ im Namen bemühen. Die Auflösung gibt es auch hier. Der Begriff des Standortfaktors stammt aus der Betriebswirtschaft und er beschreibt diejenigen Faktoren, die im Rahmen der Entscheidung eines Unternehmens, sich anzusiedeln, eine Rolle spielen können. Und da es uns Kommunen gerade auch darum geht, neue Unternehmen zu gewinnen, um so neue Arbeitsplätze zu schaffen, sind wir sehr bedacht darauf, möglichst viele positive Standortfaktoren zu bieten. Aber was sind denn nun genau Standortfaktoren? Und was tun wir in Ibbenbüren dafür?

Harte Standortfaktoren

Als harte Standortfaktoren bezeichnet man beispielsweise die Verkehrsinfrastruktur, die Lagebeziehungen zu anderen Orten, den Arbeitsmarkt, das Flächenangebot, die Lage zu den Bezugs- und Absatzmärkten, die Energie- und Umweltkosten, lokale Steuern und Abgaben wie auch Förderangebote. Diese Faktoren sind im mitteleuropäischen Raum heute fast überall gleichermaßen vorhanden und variieren in der Regel nur noch in Nuancen.

Weiche Standortfaktoren

Deswegen kommt heute weichen Standortfaktoren heute eine immer größer werdende Bedeutung zu. Zu den weichen Standortfaktoren gehören u.a. etwa das Wirtschaftsklima einer Stadt und einer Region, die wirtschaftliche Kompetenz von wichtigen Akteuren, das Stadt- und Regionsimage, Branchenkontakte und das Vorhandensein von Hochschul- und Forschungseinrichtungen. Neben diesen eher unternehmensbezogenen Faktoren sind aber auch die personenbezogenen Faktoren, also Faktoren, die für die Lebensqualität der Beschäftigten bedeutsam sind, immens wichtig. Wichtige personenbezogene Faktoren sind etwa die Qualität des Wohnens und Wohnumfeldes, die Qualität von Schulen und anderen Ausbildungseinrichtungen, die Qualität der sozialen Infrastruktur, der Freizeitwert (kulturelles Angebot, Sport, etc.) und nicht zuletzt der Reiz der Stadt und der Region.

Stärken stärken

Jetzt wissen Sie, was harte und weiche Standortfaktoren sind. Und was tun wir als Stadt dafür, um hier möglichst gut dazustehen? Wir investieren seit meinem Amtsantritt wieder kräftig in beiden Bereichen. Wir investieren in Verkehrsinfrastruktur und in Fläche. In die Ausweisung neuer, attraktiver Industrie- und Gewerbegebiete. Aber auch in die Ausweisung neuen Wohnbaulandes. Nicht nur die Unternehmen brauchen Fläche zur Ansiedlung, auch die Mitarbeiter der Unternehmen müssen wohnen. Seit 2015 wurden 40 ha Industrie- und Gewerbefläche an mehr als 40 Unternehmen durch die Stadt Ibbenbüren vermarktet (neue Flächen werden derzeit erschlossen). Im gleichen Zeitraum haben wir 389 Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser und 253 Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser erteilt. Dabei hat die Stadt 141 Bauplätze mit einer Fläche von 9,5 ha zur Verfügung gestellt (Invest: 12,5 Mio. Euro). Und auch hier geht es weiter. Allein in diesem Jahr kaufen wir weitere 8 ha Wohnbauland auf, um diese an den Markt zu bringen.

Investitionen in unsere Schulen, Sport, Kultur und Freizeit

Wir investieren seit 2015 aber auch endlich wieder massiv in Schule, Sport, Kultur und Freizeit – in unsere weichen Standortfaktoren. Und das bereits mit sichtbarem Erfolg in ganz Ibbenbüren. Und davon profitieren nicht nur diejenigen, die zukünftig zu uns kommen wollen. Davon profitieren wir alle heute schon. Wir schlagen sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe.

Die beste Bildung!

Entsprechend steht für mich in den kommenden Jahren die Sanierung und Digitalisierung unserer Schulen weiterhin ganz oben auf der Agenda. Wir müssen die offenen Ganztagsgrundschulen ausbauen, die Hauptschule neu bauen und das Kepler-Gymnasium erweitern und sanieren. Wir müssen alle Schulen weiter technisch wie energetisch sanieren und digitalisieren und sie an die Anforderungen unserer Zeit anpassen. Seit 2015 haben wir denn auch die Rekordsumme von mehr als 45 Mio. Euro für die Sanierung unserer Schulen zur Verfügung gestellt! Wir haben alle Schultoiletten saniert, in die Digitalisierung, neue Fenster, Türen, Heizungsanlagen, LED-Beleuchtung, Sicherheitstechnik und Schallschutzdecken in allen Klassenräumen investiert. Wir haben Naturwissenschafts- und Technikräume saniert und Schulhöfe aufgewertet.

Sportstadt Ibbenbüren.

Als Sportstadt steht es uns aber auch gut zu Gesicht, auch in den Sport zu investieren. Gemeinsam mit den Sportvereinen haben wir in den letzten Jahren eine Sportstättenleitplanung zum Ausbau des Sportangebotes erarbeitet, die wir weiter umsetzen werden. Wir werden das neue Aaseebad und das Vereinsschwimmbad bauen und natürlich auch weiterhin den Freibadverein Laggenbeck unterstützen. Wir bauen aktuell mit den Vereinen Kunstrasenplätze wie Flutlichtanlagen und planen ein neues Sportstadion Ost. Wir werden aber auch am Aasee einen neuen Outdoorsportpark mit einer Calisthenics Anlage und einem Mini-Pump-Track bauen und den Skatepark wie die Dirtbikeanlage sanieren. Investitionen in unseren Sport, die uns allen zu Gute kommen.

Kultur.Gut.

Aber nicht nur der Sport spielt bei uns eine besondere Rolle. Musik und Kultur tun das ebenso. Deswegen werden wir auch zukünftig in unsere Einrichtungen wie die Musikschule und die Stadtbücherei investieren und auch unser Kulturangebot etwa im Bürgerhaus stärken und weiter ausbauen. Wir fördern Musik und Kultur bereits heute jährlich mit rd. 2,2 Mio. Euro.

Freizeit in Ibbenbüren

Ob unsere Premiumwanderwege Teutoschleifen, der Aasee mit dem Aaseebad oder auch unsere Spielplätze – wir werden auch in den kommenden Jahren weiter in unsere Freizeiteinrichtungen investieren. Seit 2016 haben wir bereits rund 3 Mio. Euro für die Sanierung des Aasees bereit gestellt, 11 Spielplätze umfassend saniert (7 weitere folgen in 2020/21) und mit den Teutoschleifen Wanderwege geschaffen, die sich zum touristischen Highlight entwickelt haben.

So wie ich das sehe, haben wir in den letzten fünf Jahren mit unserer Investitionspolitik Mehrwerte für alle geschaffen. Und Zugleich haben wir Ibbenbüren im interkommunalen Wettbewerb gestärkt. Ach ja, und dass rund 80% unserer kommunalen Aufträge von Unternehmen aus der Region ausgeführt werden, das Geld damit vor Ort bleibt, ist noch ein besonderes Bonbon. So sieht eine gelungene Wirtschaftsförderungspolitik aus.

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