Parkplatz Mambo…

„Ah, ich drehe schon seit Stunden hier so meine Runden. Es trommeln die Motoren. Es dröhnt in meinen Ohren. Ich finde keinen Parkplatz. Ich komm‘ zu spät zu dir mein Schatz. Du sitzt bei Kaffee und Kuchen und ich muss weiter suchen (…)“ 1984 war es, als Herbert Grönemeyer diesen Ohrwurm schrieb. Und er ist heute noch aktuell. Vielleicht sogar aktueller denn je, denn die Zahl der in Deutschland zugelassenen Autos hat sich seit 1984 mehr als verdoppelt. Waren es 1984 „nur“ 25 Mio., sind es heute 47 Mio. Fahrzeuge. Unglaublich, oder? Vor allem, wenn man selbst im Stau steckt!

Das tägliche Verkehrschaos

Und wenn dann noch ein Radfahrer ganz entspannt an der langen Autoschlange vor der Ampel vorbeirollt, über die grüne Ampel fährt und langsam aber sicher in der Ferne entschwindet, während man selbst immer noch vor der Ampel steht…? Spätestens dann stellt man sich doch die Frage, ob das Verkehrsmittel, dass man gerade gewählt hat, wohl das richtige war.

Gute Gründe, mehr Rad zu fahren

Wir alle wissen ohne lange nachdenken zu müssen, dass es viele sehr gute Gründe gibt, mehr Rad zu fahren. Das Fahrrad ist in der Stadt unerreicht schnell. Man steht nicht im Stau, kann die eine oder andere Ampel umfahren, so manche Abkürzung nehmen und die lästige Parkplatzsuche entfällt. Gleichzeitig spart man jede Menge Geld und hält sich fit. Radfahren ist zudem gut für die Umwelt und es macht einfach Spaß. Und wer am Berg oder bei Gegenwind nicht schwitzen will, der nimmt das eBike.

Das Fahrrad überholt das Auto

Und weil wir offenbar diese guten Gründe kennen und uns die Corona-Krise massiv entschleunigt hat, war es im April und Mai tatsächlich soweit, dass das Fahrrad das Auto als meistgenutztes Verkehrsmittel überholt hat. Statistisch haben wir in beiden Monaten mehr Fahrrad gefahren als das Auto genutzt. Ich persönlich kann das für mich bestätigen. Seit Anfang März fahre ich fast nur noch Fahrrad. Der Dienstwagen steht. Und das geht offenbar vielen Menschen so. Diesen Trend müssen wir unterstützen.

Und was macht Ibbenbüren dafür?

Wir investieren in mehr Radwege und Fahrradstraßen, in mehr Kontrollen und mehr Sicherheit. Seit 2015 haben wir für mehr als 7 Mio. Euro 18,5 km neue Radwege gebaut, zwei Fahrradstraßen eingerichtet, Ampeln fahrradfreundlich umgebaut und insgesamt das Fahrradfahren durch viele kleine und große Maßnahmen sicherer gemacht. Und genau da müssen wir auch weiter machen. Wir müssen mit noch mehr Radwegen und Fahrradstraßen, einer guten und intelligenten Beleuchtung der Radwege wie wir sie am Wieskebrook umgesetzt haben und mit vielen weiteren kleinen und großen Maßnahmen dafür sorgen, dass das Radfahren in Ibbenbüren noch sicherer und damit noch attraktiver wird. Es ist auch an der Zeit, neue Radstationen in der Innenstadt und den in der Sanierung befindlichen Bahnhöfen zu bauen.

Zeit zum Umdenken

Es ist aber auch die Zeit, umzudenken. Wurde bislang eine Stadt immer für den Autoverkehr geplant, ist es heute an der Zeit, alle Verkehrsteilnehmer als mindestens gleichberechtigte Partner auf der Straße zu sehen. Wir arbeiten bereits seit dem letzten Jahr an einem Mobilitätskonzept für Ibbenbüren, dass genau dieses Umdenken einleiten und entsprechende Maßnahmen vorschlagen soll.

So wie ich das sehe, ist es an der Zeit, umzudenken und Ibbenbüren noch fahrradfreundlicher zu machen.  

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