Wohnen ist ein Menschenrecht

Wohnen ist ein Menschenrecht. Darin sind wir uns alle einig. Aber wie ist es um dieses Thema in Ibbenbüren bestellt? Zuletzt hat das Pestel-Institut im Jahre 2019 den Wohnungsmarkt in Ibbenbüren untersucht. Danach ergab sich für Ibbenbüren zum 31.12.2017 folgendes Bild:
In Ibbenbüren,

  • gibt es 23.240 Wohneinheiten (1990: 15.000 / +55%).
  • liegt die Eigentumsquote bei 60,8%.
  • gibt es 8.620 Mietwohnungen.
  • werden seit 1995 im Schnitt 307 neue Wohnungen pro Jahr gebaut.
  • ist nahezu jede vierte vermietete Wohnung eine Sozialwohnung.

Bis heute ist der Bestand an Wohnungen zudem weiter angewachsen, da wir derzeit eine sehr rege Bautätigkeit aufgrund der Niedrigzinsphase erleben.

Weniger Personen auf mehr Quadratmetern

Und was kann man aus diesen Zahlen nun herauslesen? Dass es in Ibbenbüren bei nur noch geringen Steigerungen der Bevölkerungszahl tatsächlich immer mehr Wohnungen gibt. Und da es keinen oder kaum Leerstand gibt, ist das Ergebnis recht einfach: Wir leben alle mit immer weniger Personen auf immer mehr Quadratmetern. Oder im Verwaltungsdeutsch: Die durchschnittliche Haushaltsgröße nahm von 2,97 Personen im Jahr 1995 auf 2,37 Personen im Jahr 2017 ab – Tendenz weiter fallend. Und genau das ist ein Trend am Wohnungsmarkt, der bundesweit zu beobachten ist und dazu führt, dass Wohnraum weiterhin nachgefragt wird.

Rege Bautätigkeit seit Jahren

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Zahlen der letzten fünf Jahre in Ibbenbüren wieder. Von 2015 bis Ende 2019 wurden durch die Stadt Ibbenbüren 389 Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser und 253 Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser erteilt. Wir haben im gleichen Zeitraum 141 Bauplätze mit einer Fläche von 9,5 ha zur Verfügung gestellt. Die wesentliche Bautätigkeit findet in Ibbenbüren – wie auch in vielen anderen Städten seit Jahrzehnten – auf Bestandsgrundstücken statt. In der Wohnungsmarktanalyse 2012 verleitete diese Erkenntnis die damals Verantwortlichen in Politik und Verwaltung noch zu der Aussage, dass es in den Stadtteilen viel zu viele kommunale Baugebiete gäbe. Die Nachfrage lehrt uns heute ein anderes. Deswegen werden wir auch in 2020 weitere 8 ha Land aufkaufen, um neue Bauplätze zu schaffen. Parallel werden wir am Aasee durch die Sanierung des alten Bauhofes weiteres neues attraktives Bauland schaffen.

Investitionen in Flächen zum Wohnen und Arbeiten

Und darum wird es auch in den kommenden Jahren weiterhin gehen. Wir müssen – auch wenn die Nachverdichtung im Wohnungsbestand ein ganz wichtiges Thema ist – weiterhin Bauplätze zur Verfügung stellen. Aber wir müssen nicht nur weitere Flächen für den Wohnungsbau, sondern auch für die Errichtung von Gewerbe- und Industriebetrieben wie auch die Ansiedlung von Dienstleistern entwickeln. Ibbenbüren wächst. Das ist gut so, denn es sichert uns Wohlstand und Zukunftsperspektiven.

Stärkung des sozialen Wohnungsbaus

Ein wichtiges Anliegen ist mir aber auch der Bau von Sozialwohnungen. Seit meinem Amtsantritt im Jahr 2015 weisen wir in jedem neuen Baugebiet Bauplätze für den sozialen Wohnungsbau aus und haben auch viele weitere Bestandsgrundstücke für diesen zur Verfügung gestellt. Mit Erfolg. Seit 2015 wurde der Bau von 117 Sozialwohnungen sowie der Bau, die Modernisierung oder der Erwerb von 57 Familienheimen sozial gefördert. Weitere Sozialwohnungen werden auch in 2020 etwa durch die Ibbenbürener Baugenossenschaft errichtet. Insgesamt gab es Ende 2017 in Ibbenbüren 2.104 Sozialwohnungen mit entsprechender gesetzlicher Bindung. Der Anteil der Sozialwohnungen an den vermieteten Wohnungen lag Ende 2017 in Ibbenbüren bei 23,1% (Kreis Steinfurt 11,4%).

So wie ich das sehe, steht Ibbenbüren im Vergleich damit gut da. Das sollte uns aber nicht hindern, hier noch besser zu werden. Insbesondere mit der Ibbenbürener Baugenossenschaft, an der die Stadt auch selbst beteiligt ist, will ich den sozialen Wohnungsbau noch weiter fördern.

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