Mit Lichtgeschwindigkeit Richtung Zukunft

Weltrekorde faszinieren uns immer wieder. So war es auch 1995, als zum ersten Mal eine Übertragungsgeschwindigkeit von 33.600 Bits/Sekunde mit einem Modem erreicht wurde. Heute im Zeitalter von Glasfaseranschlüssen kaum mehr vorstellbar. Selbst der Privatkunde kann Leitungen mit einer Übertragungsrate von bis zu einem 1 Gbit/Sekunde bekommen. Zur Erinnerung: 1 Gigabit sind 1.000.000.000 Bits. Dieses macht den Quantensprung deutlich, den wir aktuell in der Technik erleben. Konnte man früher noch während sich die Internetseite aufbaute, getrost Kaffe trinken gehen, können wir heute Filme in höchster Auflösung am Fernseher sehen. Wenn wir denn einen Glasfaseranschluss haben…

Liberalisierung des Telefonmarktes

Und genau da liegt das Problem. Mit der Liberalisierung des Telefonmarktes im Jahr 1998 fiel das Monopol der Telekom, dass wir alle – ohne Frage – als durchaus wohltuend empfanden, denn seit diesem Zeitpunkt sanken unsere Kosten für das Telefonieren und die Internetnutzung drastisch. Und das hat sich bis heute nicht verändert. Aber mit dieser Entwicklung verbunden war auch, dass die Telekom nicht mehr verpflichtet war, jedem einen Telefonanschluss zu legen, der einen beantragte. Zwar muss die Telekom noch immer gesetzlich dafür Sorge tragen, dass wir alle telefonieren können, aber dafür reicht die Abdeckung mit dem Mobilfunk aufgrund der gesetzlichen Regelungen aus. Die Kupferleitung oder gar die Glasfaserleitung ins Haus gibt es von den Versorgern nur noch, wenn es wirtschaftlich ist. Und das ist mittlerweile für uns alle ein massives Problem.

Investitionen in das Glasfasernetz

Es gibt heute in vielen Kommunen Baugebiete, die von den Telekommunikationsanbietern nicht mehr per Kabel erschlossen werden. Stereotype Aussage: Das ist für uns nicht wirtschaftlich. Und dann? Wir Kommunen können ohne Weiteres nicht selbst zum Telekommunikationsanbieter werden und Steuergelder in den Ausbau stecken, da wir damit den „Markt“ verzerren würden. Hier greift dann schon wieder das Beihilfenrecht der EU. Unsere einzige Chance sind Förderprogramme des Bundes, die die strengen Vorgaben des EU-Beihilfenrechts erfüllen oder auch die Gründung eigener Telekommunikationsgesellschaften, wobei auch diese wirtschaftlich arbeiten müssen. Unser aller Ziel ist der flächendeckende Ausbau mit Glasfaser in ganz Ibbenbüren. Deswegen nutzen wir gerade intensiv die angebotenen Förderprogramme und arbeiten auch mit den Stadtwerken an gemeinsamen Lösungen.

Glasfaseranschluss im Außenbereich

Das 2016 gestartete Förderprojekt für den Breitbandausbau im Außenbereich – die Fördersumme liegt bei rund 13,5 Mio. Euro nur für Ibbenbüren – versorgt mehr als 1.500 Haushalte und 48 Gewerbebetriebe mit schnellem Internet. Der Startschuss zum Ausbau ist, nachdem endlich der Förderbescheid vom Bund vorlag, Anfang 2020 erfolgt. Aktuell werden die Ortsteile Bockraden und Schierloh von der EWE tel, die den Zuschlag erhalten hat ausgebaut. Bis Ende 2022 soll der Ausbau in ganz Ibbenbüren abgeschlossen sein.

Glasfaseranschluss für alle Schulen

Im Zuge des Ausbaus des Glasfasernetzes im Außenbereich erhalten auch alle 18 Schulen in Ibbenbüren einen schnellen Internetanschluss über eine Glasfaserleitung. Der Ausbau läuft bereits und wird noch in 2020 abgeschlossen werden.

Glasfaseranschluss für die Gewerbe- und Industriegebiete

Aktuell startet ein weiteres Förderprogramm für den flächendeckenden Ausbau aller Gewerbe- und Industriegebiete. Weitere rd. 200 Gewerbebetriebe dürfen sich bald auf einen geförderten Ausbau in der Zukunft freuen, nachdem der Bund jdie Fördervoraussetzungen geändert hat.

Stadtwerke als Partner

Mit den Stadtwerken Tecklenburger Land arbeiten wir daran, einen eigenen Telekommunikationsanbieter für unsere Region aufzubauen, um von den Großen des Marktes unabhängig zu werden und den Ausbau voranzutreiben.

So wie ich das sehe, muss der Bund hier dringend nachsteuern. Es kann nicht sein, dass ganze Teile Deutschlands aktuell von der Versorgung mit Glasfaser abgeschnitten sind, weil es für die Unternehmen nicht wirtschaftlich ist. Andere Länder machen uns schon seit Jahren vor, wie ein flächendeckender, vom Staat regulierter Ausbau des Glasfasernetzes bis zur letzten Milchkanne funktioniert.

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