Haushalt 2021 – Schulen und Sport

Haushalt 2021: Schulträgeraufgaben, Digitalisierung und Sport

Das Verwaltungsdeutsch ist schon manchmal recht sperrig… Schulträgeraufgaben. Ein Begriff, der nur bedingt selbsterklärend ist und wenn man sich die Definitionen etwa im Internet ansieht, wird es nicht besser. Wenn man sich aber vor Augen führt, dass allein dieser Bereich des Haushaltes fast 19 Mio. Euro umfasst und 5.206 Schülerinnen und Schüler betrifft, sollte man wissen, was sich dahinter versteckt.

Schulträgeraufgaben

Die Stadt Ibbenbüren ist Träger von 13 Schulen im Stadtgebiet. 1.856 Schülerinnen und Schüler besuchen die acht Grundschulen der Stadt, 3.350 Schülerinnen und Schüler die fünf weiterführenden städtischen Schulen. Als Träger der Schulen ist die Stadt für die Gebäude der Schulen, die Ausstattung mit Lehr- und Lernmitteln, die Digitalisierung, die Betreuung außerhalb der Schulzeiten (OGS und Schule von 8-1), die Mensen / Mittagsverpflegung, die Beförderung und natürlich für das nicht lehrende Personal (Sekretariate, Hausmeister, Betreuungspersonal) zuständig. Das lehrende Personal wie auch die Schulleitungen werden vom Land NRW ausgesucht und eingestellt.

Digitalisierung

Das Thema Digitalisierung der Schulen hat mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie eine ganz neue Bedeutung gewonnen. Vor dem 13. März 2020 hätte sich niemand vorstellen können, dass es tatsächlich einmal notwendig werden könnte, alle SchülerInnen zu Hause digital zu unterrichten. Entsprechend haben sich die Anforderung an die Digitalisierung der Schulen im Laufe des letzten Jahres massiv verändert.

Die Stadt Ibbenbüren digitalisiert alle städtischen Schulen bereits seit vielen Jahren – immer in Abstimmung mit den Schulleitungen. Je nach pädagogischem Konzept der Schulleitung und des Lehrkörpers war die Geschwindigkeit, die in den Medienentwicklungsplänen festgelegt wurde, entsprechend unterschiedlich. Mittlerweile sind alle Schulen hier aber einer einheitlichen Linie unterwegs.

Die Stadt Ibbenbüren wird mit Ablauf des Jahres 2021 die mit dem DigitalPakt der Bundesregierung bereitgestellten Mittel von 1,69 Millionen Euro fast vollständig abgerufen und in den Schulen verbaut und damit die Schulen sehr umfassend digitalisiert haben.

Wenn Sie jetzt fragen, warum wir nicht schon weiter sind, so ist die Frage berechtigt, aber auch zu beantworten. Die vorgeschalteten Förderverfahren des Bundes und des Landes, die zuvor zu bearbeiten waren, waren und sind leider so komplex gestaltet worden, dass hier erhebliche Zeit aufgewendet werden musste, bevor wir mit dem Bauen starten konnten.

Im Rahmen des digitalen Sofortausstattungsprogramms für Schüler und Lehrkräfte wurden seit dem Sommer vergangenen Jahres 204 Laptops, 23 PCs nebst Monitoren, 680 IPads sowie 40 AppleTVs bestellt, ebenso 435 Microsoft Convertibles. Die Geräteauswahl wurde individuell mit den örtlichen städtischen Schulen abgestimmt. Die Lieferungen der Laptops, der PCs und der Convertibles sind zwischenzeitlich eingetroffen. Noch ausstehend sind die Lieferungen der IPads und der AppleTVs, die kurzfristig folgt. Das Auftragsvolumen der oben genannten Beschaffungen liegt insgesamt bei über 600.000 Euro.

Neben der Beschaffung der Endgeräte wurde zwischenzeitlich eine pädagogische Oberfläche für alle Schulen beauftragt, die den Distanzunterricht deutlich vereinfachen soll. Allerdings gibt es auch bei den dafür notwendigen Servern entsprechende Lieferzeiten.

Bereits jetzt aber wird das Lernen auf Distanz mit einer Cloud-Variante der pädagogischen Oberfläche für die städtischen Ibbenbürener Schulen ermöglicht. Diese Cloud-Version steht bis zur Einrichtung der Vollversion zur Verfügung.

Alle städtischen Schulen wurden mittlerweile zudem mit leistungsfähigen Glasfaseranschlüssen ausgestattet.

Laufende Schulträgeraufgaben

Für die Grundschulen planen wir aktuell für den laufenden Betrieb Ausgaben in Höhe von 7,8 Mio. Euro, Einnahmen von 3,5 Mio. Euro aus Landeszuweisungen und Beiträgen der Eltern etwa für die Mittagsverpflegung und damit ein aus allgemeinen Steuermitteln zu deckendes Defizit von rund 4,3 Mio. Euro.

Für die weiterführenden Schulen planen wir für den laufenden Betrieb Ausgaben in Höhe von rund 11 Mio. Euro, Einnahmen von 3,3 Mio. Euro aus Landeszuweisungen und Beiträgen der Eltern etwa für die Mittagsverpflegung und damit ein aus allgemeinen Steuermitteln zu deckendes Defizit von rund 6,5 Mio. Euro.

Investitionen in unsere Schulen

2021 planen wir Investitionen in unsere Schulen im Umfang von rund 7,1 Mio. Euro. Damit werden wir bis Ende 2021 mehr als 53 Mio. Euro für die Sanierung unserer Schulen bereitgestellt haben. Mit den Mitteln planen wir in 2021 neben

  • der Erweiterung des Kepler-Gymnasiums (Neubau Mensa und Verwaltungstrakt) und
  • der Erweiterung der Johannes-Bosco-Schule (Ausbau OGS)

insbesondere

  • die Fortführung der Ausstattung aller Schulen mit LED-Beleuchtung, Akustikdecken und die fortlaufende Erweiterung der sicherheitstechnischen und brandschutztechnischen Einrichtungen in allen Schulen,
  • die Fortführung der energetischen Sanierung aller Schulen, insb. durch Sanierung der Dächer, Austausch der Fenster, Türen und Heizungsanlagen und
  • die Fortführung der Sanierung der Technik- und NW-Räume.

Beförderung der SchülerInnen

Ab Februar 2021 statten wir alle SchülerInnen der weiterführenden Schulen mit dem neuen pauschalen Schülerticket aus, dass jetzt nicht nur für den Schulweg genutzt werden kann sondern an 365 Tagen im Jahr im gesamten Tarifgebiet Westfalen. Die Mehrkosten für dieses Ticket liegen nur geringfügig über den Kosten des Vorjahres. Wir planen Ausgaben in Höhe von 1,7 Mio. Euro.

Sport und Bäder

Neben den laufenden Ausgaben für die Sportstätten, Sporthallen und Bäder, die alle Vereine, die im Stadtsportbund organisiert sind, noch immer kostenfrei in Ibbenbüren nutzen können – dieses sind im Jahr rund 2,5 Mio. Euro Kosten, die die Stadt insoweit übernimmt – investieren wir in diesen Bereich auch nach wie vor kräftig und wollen auch hier 2021 wieder Zeichen setzen.

So prägen zwei große Bauvorhaben den Haushalt für das Jahr 2021. Für Schwarz-Weiss-Esch steht der Neubau eines Kunstrasenplatzes (ca. 900.000 Euro Invest / 2/3 Zuschuss der Stadt Ibbenbüren) an. Auf der Agenda steht aber auch der Neubau des Aaseebades und des Holsterkampbades (Gesamtinvest ca. 25 Mio. Euro). Während der Kunstrasenplatz vermutlich noch in 2021 fertig wird, werden wir bei den Bädern in diesem Jahr mit der Planung beginnen und hoffentlich Ende 2022 / Anfang 2023 in den Bau starten. Nicht, weil wir nicht früher wollten, sondern weil wir aufgrund der notwendigen gesetzlichen Verfahren nicht eher können.

Daneben stehen viele kleine und größere Maßnahmen bei den Sportanlagen, den Sporthallen aber auch bei den Bädern, die noch einige Jahre durchhalten müssen, auf der to-do-Liste.

Insgesamt planen wir für diesen Bereich für 2021 Ausgaben von mehr als 20 Mio. Euro ein. Detaillierte Zahlen finden Sie im Haushaltsplan ab Seite 182 / Produktbereich 03.

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